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Jubiläumsbeitrag Hansa 125 Jahr

Mathematik an Hansa

In Mathematik ist immer besonderer Wert auf die Vermittlung wesentlicher Grundlagen gelegt worden.
Viele Schülerinnen und Schüler wollten darüber hinaus in ihrer Ausbildung einen Schwerpunkt in Mathematik setzen. Dazu boten sich natürlich in erster Linie die Leistungskurse an. Das Erstellen von Arbeiten zu besonderen Themen, später von Facharbeiten, erfolgte hier ebenfalls.

Seit 13 Jahren gibt es bei uns auch einen Wahlpflichtkurs in Kreativer Mathematik.
Der Unterricht im Wahlpflichtbereich ergänzt den Unterricht des Pflichtbereichs dabei sinnvoll. Die mathematische Eigentätigkeit der Schülerinnen und Schüler sollen im Mittelpunkt stehen. Das Ausprobieren, Beobachten und Beschreiben, Ordnen, Darstellen, Argumentieren, Aufstellen von Vermutungen, Beweisen, Entwickeln und kritische Beurteilen von mathematischen Modellen sind dabei ganz wesentliche Tätigkeiten.
Die Inhalte werden häufig in offenen Problemstellungen angeboten. Bei deren Auswahl wird darauf geachtet, dass die Inhalte die Vielfalt der Mathematik, ihren praktischen Nutzen und Beziehungen zwischen verschiedenen Gebieten aufzeigen.

 

regelmäßige Körper 
Schneeflockenkurve als ein Beispiel aus der fraktalen Geometrie 

 

Die Untersuchungen oder Konstruktionen von Mustern und Körpern bieten zahlreiche interessante Ansatzpunkte. Weitere Schwerpunkte sind z. B. die Bearbeitung kombinatorischer Probleme, die Untersuchung von Prozessen und das Lösen von Optimierungsaufgaben. Die Aufgaben werden per Hand und oft auch zusätzlich mit Hilfe von Programmen gelöst.
Die Aufgaben der Mathematik-Olympiade stellen ebenfalls eine große Herausforderung dar. Der WP-Unterricht bereitet die Schülerinnen und Schüler auch auf die Bearbeitung dieser Aufgaben vor. Nach Abschluss der jeweiligen Wettbewerbsrunde können die Lösungen vorgetragen werden. Es macht Spaß, die ganz persönlichen Lösungswege kennenzulernen, die oftmals sehr ausführlich und verständlich dargestellt werden. Bei der Bearbeitung der Geometrieaufgaben hat es sich herausgestellt, dass mit Hilfe des Programms DynaGeo sehr gut bewegliche Überlegungsfiguren erstellt und Beweisideen gefunden werden können.
Heute ist die Kreative Mathematik als Halbjahreskurs in Klasse 8 oder 9 eingebunden in die mathematisch- naturwissenschaftlichen Profilkurse.

Als ein neuer Schwerpunkt ist seit dem Schuljahr 2007/08 der Schülerzirkel Mathematik hinzugekommen, der nachmittags stattfindet und Schülern aller Altersstufen offen steht, die Freude daran haben, zusammen mit anderen Mädchen und Jungen an mathematischen Problemen zu arbeiten. Diese Schülerzirkel gibt es an verschiedenen Standorten in Hamburg. Schüler anderer Schulen sind ebenfalls eingeladen, hieran teilzunehmen.  

Es gibt an unserer Schule schon seit langer Zeit eine Wettbewerbskultur in Mathematik, die von Herrn Tischel begründet worden ist. Für die Aufnahme unserer Schule in den Verein MINT-EC (Verein mathematisch-naturwissenschaftlicher Excellence-Center an Schulen e. V.) hat sich unsere erfolgreiche Wettbewerbsarbeit in Mathematik günstig ausgewirkt, wenngleich eine Mitgliedschaft ohne die besonderen Leistungen in den Naturwissenschaften natürlich nicht möglich gewesen wäre.

In den Projektwochen ist unser Fachraum oft zur Mathematikwerkstatt geworden. Es wurden Figuren oder gar ganze Muster konstruiert, Körper gebaut, das Planetensystem dargestellt oder wie im letzten Sommer geschichtliche Aspekte der Entwicklung der Mathematik untersucht.

Ich möchte nun noch auf einige wichtige Aspekte zu sprechen kommen, die in den letzten 10 Jahren für viel Aufsehen gesorgt haben. So ist über die Leistungen im Fach Mathematik im Zusammenhang mit internationalen und nationalen Tests immer wieder sehr kritisch berichtet worden. Wer an einem guten Mathematikunterricht interessiert ist, musste das sehr ernst nehmen und alle Möglichkeiten für eine weitere Verbesserung des Unterrichts überlegen bzw. erproben. Allerdings haben unsere Mathematiklehrer immer in erster Linie inhaltsbezogen gearbeitet und nicht formal. Vermutlich werden aber heute im Schnitt mehr Aufgaben eingesetzt, die das mathematische Denken besonders fördern. Auch Bezüge zu Anwendungen und verschiedenen Sachgebieten werden verstärkt berücksichtigt. Auf die Eigentätigkeit der Schüler im Lernprozess wird viel Wert gelegt. Am Hansa-Gymnasium bot sich uns allerdings immer ein differenziertes Bild in den oben angesprochenen Tests. Es waren stets genug Schüler in den Klassen und Kursen, welche die notwendigen Kenntnisse nachweisen konnten und die über die notwendigen Kompetenzen zur Lösung von Problemen verfügten.

Wie sieht guter Mathematikunterricht aus? Man braucht nur die Schüler zu befragen, am besten schriftlich. Sie haben hinsichtlich ihrer Erwartungen sehr klare Vorstellungen. Sie möchten in einer guten Atmosphäre lernen. In der Klasse oder im Kurs soll es einen guten Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft geben. Die Lehrerin oder der Lehrer sollen geduldig und hilfsbereit sein, Spaß am Lernen vermitteln, kompetent sein, für ein angemessenes Tempo sorgen und gut erklären können, die Schüler möchten aber auch möglichst viel selbst machen. Der Unterricht soll abwechslungsreich und interessant sein mit vielen Anwendungsaufgaben. Die Schüler möchten sehen, wofür sie arbeiten, sich anstrengen und für zukünftige Aufgaben lernen, ggf. auch ihre Mitarbeit und Noten noch weiter verbessern. Sie möchten gute Abschlüsse erreichen.
Sicher ist diese Aufzählung nicht vollständig. Früher wie heute benötigt man aber gar nicht so viele Kriterien, um einen guten Unterricht zu beschreiben.

Die Mathematik ist eines der Basisfächer und ihre Bedeutung wird in Zukunft eher steigen. Das sollte an den Schulen insgesamt noch mehr berücksichtigt werden.
Mathematik ist wie eine Sprache, sie ist fast überall mit verbunden. Mit der Sprache Mathematik wird eine Möglichkeit geschaffen, die Welt mit mathematischen Mitteln zu verstehen und sich anderen mitzuteilen. Wie sollten Naturwissenschaft, Technik, Wirtschaft usw. ohne die Mathematik gestaltet werden können? Die Sprache Mathematik ist insofern Weltsprache, weit vor Englisch und Chinesisch.

Manfred Koop