Braunkohle
Entstehung und Abbau
Entstehung von Braunkohle
Braunkohle entstand in Deutschland vor etwa 2,6 Millionen Jahren. Organisches Material von Bäumen und Sträuchern wurde unter Druck und Luftabschluss zu Braunkohle.
Braunkohle besteht zu einem großen Teil aus Kohlenstoff (ca. 60 bis 70%), außerdem aus Sauerstoff (ca. 20 bis 35%), Wasserstoff (4,5 bis 8,5%) und Schwefel (bis zu 3%).
Abbau
Deutschland ist in der Förderung von Braunkohle führend. 2006 förderte man etwa 176 Millionen Tonnen. Auf Rang zwei folgte China mit 100 Millionen Tonnen und auf Rang drei stand die USA mit 76 Millionen Tonnen.
In Deutschland liegt der Anteil von Braunkohle bei der Stromerzeugung bei etwa 25%. Damit ist der fossile Brennstoff zusammen mit Steinkohle und Kernenergie führend.
In Deutschland gibt es vor allem in Mitteldeutschland große Vorkommen von Braunkohle.
Es gibt drei große Reviere in diesem Gebiet: Das Rheinische Revier im Ruhrgebiet, das Mitteldeutsche Revier in Sachsen-Anhalt und das Lausitzer Revier ganz im Osten Deutschlands. Das Rheinische Revier besteht aus dem Tagebau Inden, Tagebau Garzweiler und Tagebau Hammbach. Der Tagebau Inden ist etwa 180 bis 200 m tief. Die Kohle dort reicht noch bis etwa 2030. Pro Jahr werden dort ca. 20 Mio. t Braunkohle gefördert. In den beiden anderen Tagebauen des Reviers ist die Fördermenge doppelt so groß.

Braunkohletagebaugebiet Inden
All diese Vorkommen werden mit dem Tagebauverfahren abgebaut, d.h. die Braunkohle befindet sich relativ nah an der Erdoberfläche, wodurch ein Anlegen von Schächten oder ähnlichem überflüssig wird.

Braunkohletagebau Inden
Auf der einen Seite des Tagebaus wird die Kohle mit Schaufelradbaggern gefördert, während auf der anderen Seite der Abraum mit Hilfe von Absetzern wieder aufgeschüttet wird.
Die abgebaute Kohle gelangt über Förderbänder zu einer zentralen Sammelstelle von der aus sie mit Güterzügen zu den Kraftwerken oder anderen Verbrauchern transportiert wird.
Der Tagebau Inden bildet insofern eine Ausnahme, als das einzig und allein das Kraftwerk Weißweiler mit der dort abgebauten Kohle über Förderbänder beliefert wird. Deswegen bezeichnet man das Kraftwerk Weißweiler auch als Inselkraftwerk.
Sollte es einmal zu einem Stillstand des Abbaus kommen reichen die Reserven etwa eine halbe Woche.
Im Tagebau Inden arbeiten genauso wie in jedem Tagebau Schaufelradbagger und Absetzer. Auf einem solchen mit Strom betriebenen Bagger arbeiten 5 Personen. 2 sitzen vorne beim Schaufelrad. Der größte Schaufelradbagger der Welt hat eine Leistung von 22500 PS.
Anstatt einen neuen Bagger anzuschaffen, werden die Bagger bei Defekten lediglich repariert, weil sich eine Neuanschaffung nicht lohnen würde. Um die Kostendimensionen zu zeigen: Ein Kugellager für einen solchen Bagger kostet 20 bis 30 Millionen €. Der Tagebau Inden hat ein Verhältnis Abraum zu Kohle von etwa 3:1, das auch in anderen Tagebauen üblich ist. Selbst ein Verhältnis von 10:1 ist noch wirtschaftlich.
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Probleme
Braunkohle wird fast ausschließlich im Tagebau gewonnen. Dies nimmt große Flächen in Anspruch. Außerdem wird entscheidend in die Ökologie dieser Gebiete eingegriffen. Diese werden, nachdem der Abbau abgeschlossen ist, wieder rekultiviert. Der Energiekonzern RWE haftet nach Übergabe der Gebiete an die Gemeinden noch für weitere 20 Jahre für eventuelle Schäden an den rekultivierten Gebieten.
Der riesige Flächenverbrauch führt zu einem weiteren Problem, denn oft müssen ganze Dörfer umgesiedelt werden um die Abbaufläche effektiv nutzen zu können. Das ruft bei der Bevölkerung nicht selten großen Unmut hervor. Die soziale Struktur der umgesiedelten Gebiete wird aufrecht erhalten. Gleichzeitig wird dem umgesiedelten Dorf eine klarere Struktur verliehen. So findet man zum Beispiel sämtliche Läden im Stadtzentrum. Außerdem werden neue hochwertige Erholungsgebiete geschaffen. So entstand bei Eschweiler ein 180 ha großes Naherholungsgebiet mit dem Blausteinsee. Durch die Rekultivierung werden auch ökologisch sehr wertvolle Gebiete geschaffen. Der Fluss Inde, dessen Verlauf auf 5 km Länge unterbrochen wurde, war ein typischer begradigter Fluss. Heute schlängelt sich die Inde durch eine 70 bis 300m breite Auenlandschaft. Die Artenvielfalt in der immer wieder überfluteten Auenlandschaft ist hoch. Insgesamt findet man auf den Rekultivierungsflächen mehr als 3000 Tier- und Pflanzenarten, von denen über 400 auf der Roten Liste stehen.

Inde mit Auenlandschaft
Ein wichtiger Punkt ist die Umweltverschmutzung. Bei der Verbrennung von Braunkohle in Kraftwerken entsteht Kohlenstoffdioxid, das an die Umwelt abgegeben wird. Bis heute ist kein Verfahren gefunden worden, das dies verhindert. Der Ausstoß kann nur durch einen besseren Wirkungsgrad verringert werden, z. B. durch Verbrennen der Kohle in Sauerstoff statt in Luft.
Ein Versuch, den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid zu vermindern, ist die sogenannte Abscheidung von Kohlenstoffdioxid. Am Ende dieses Prozesses soll das Kohlenstoffdioxid schließlich unterirdisch eingelagert werden. Dieses Projekt steht jedoch noch in der Anfangsphase der Entwicklung und ist frühestens in zehn bis zwanzig Jahren effektiv einsetzbar.
Außerdem ist die Verschmutzung des Grundwassers eine ernstzunehmende Schwäche des Braunkohletagebaus, denn durch Auswaschungen wird das Grundwasser verschmutzt und kann nicht ohne weiteres benutzt werden.
Ein weiteres Problem ist der Staub, der bei dem Abbau von Braunkohle entsteht. Es muss dafür gesorgt werden, dass der Staub nicht die umliegenden Dörfer verschmutzt. Zudem müssen naheliegende Straßen regelmäßig von diesem Staub gesäubert werden.
Bevor die Braunkohle abgebaut wird, muss der Grundwasserspiegel gesenkt werden, da sonst der Tagebau mit Wasser überflutet werden würde.
Nach dem Abbau steht man dann vor dem Problem, dass ein riesiges Loch bleibt, das dann meistens mit Wasser gefüllt und als Badesee genutzt wird. Bei diesem Verfahren bleibt aber das Problem, dass in dem Boden Schwefelverbindungen zurückbleiben, die einen niedrigen pH-Wert im See verursachen.






