Seminarfahrt Freiberg 2010

Gruppe vor dem Werksgelände der Firma Solar World
Das MINT- Profil des Hansa-Gymnasiums Hamburg wurde in der Woche vom
27.09. - 01.10. 2010 von der TU Bergakademie nach Freiberg eingeladen.
Dort hatten wir, 17 Schülerinnen und Schüler zwischen 17 und 19, Gelegenheit, uns das Studienangebot einmal hautnah anzusehen und auszutesten. Finanziell wurden wir nur für das Wohnen und das Essen belastet. Der TU gebührt unser aller Dank! Frau Westendorf von der Studienberatung und eine Studentin der TU betreuten uns sehr fürsorglich.
Nach einer Anreise mit Hindernissen – wir waren 12 Stunden unterwegs, bis wir endlich das pi-Haus erreichten - ging es am Dienstagmorgen gleich an der Uni los!
Als erstes gab es einen informativen Vortrag über die Zahlen und Fakten von Freiberg und die Bergakademie und danach dann spezifisch über Keramik und Glas. Eine Professorin nahm sich die Zeit, uns umfassend in die Geheimnisse der keramischen Werkstoffe einzuführen. Der Werkstoff Keramik war uns vom Unterricht her wenig vertraut und niemand von uns hatte Ahnung von der Vielfalt der keramischen Erzeugnisse und deren unterschiedlichen Anwendungen. Aus dem Stegreif hätten viele nur an Schmuck aus Souvenirläden oder an Küchenutensilien und Badezimmereinrichtungen gedacht. Die häufige Verwendung der Keramik in der Medizin und Technik war uns weitgehend fremd.
Keramikausstellung der TU Freiberg
Da wir nach der Theorie auch noch praktisch am Thema arbeiten konnten, ist uns alles besser im Gedächtnis bzw. „um den Hals hängen“ geblieben. Wir durften uns Kettenanhänger aus Emaille herstellen, durch die wir oft an das Thema erinnert werden.

Emailleanhänger als Erinnerung
Der zweite Tag war wohl der interessanteste und für uns auch außergewöhnlichste. Wir haben das zu Studierzwecken vorgesehene Bergwerk `Reiche Zeche´ besucht und sind dort 150 Meter in die Tiefe abgestiegen. Es bot sich uns eine vollkommen neue Welt dar. Niemand von uns war jemals tiefer unter die Erdoberfläche vorgedrungen, als in den eigenen Keller.
Es war ein richtiges Abenteuer. Wir haben uns durch die engen Stollen vorgearbeitet, indem wir durch knöcheltiefes Wasser gewatet und durch schmale Gänge gekrochen sind. Wir haben die Erzadern bewundert und an die schwierige Arbeit der Kumpel gedacht. Man kann sich diese „Welt“ kaum vorstellen, wenn man sie nicht einmal hautnah erlebt hat.

Abenteuer Bergwerk
Nachmittags ging es dann ins Schloss Freudenstein zur `Terra mineralia´. Auch hier kamen wir aus dem Staunen nicht mehr raus. Besonders den Mädels hatten es die Edelsteine angetan, obwohl von deren Schönheit auch die Jungs überwältigt waren. Alle waren begeistert von der Vielfalt, Qualität und teilweise auch von der Größe der Exponate, die einem wie Schätze aus einer Märchenwelt vorkamen. Sehr interessant waren auch Informationen über Herkunft und Zusammensetzung der Mineralien und ihre technische Verwendung. Dr. Hoffmann führte uns – geduldig Auskunft gebend – durch die Ausstellung, in der man noch Stunden hätte verbringen können.

eines der kleinen Ausstellungsstücke
Abends bekamen wir Besuch von ein paar Studenten mit denen wir gekocht haben und die wir danach mit Fragen bombardieren konnten. Neben den studienbezogenen Fragen nahmen sie auch zu trivialen Fragen Stellung, wie: Wie ist das Studentenleben hier? Sind die Professoren nett? Kann man hier gut feiern? Gibt es schöne Cafés?
Alles wurde beantwortet und auch das Chilli con Carne ist uns dabei noch gelungen.
Die Pfunde wurden anschließend bei einem Tennisspiel abtrainiert.

Freizeit
An unserem letzten Tag haben wir uns außerhalb der Uni bei SolarWorld den kompletten Herstellungsprozess eines Solarmoduls kennengelernt und Vieles über die Probleme deutscher Firmen erfahren, sich auf dem Weltmarkt zu behaupten.
Nach einer Mittagspause mit leckerer Verpflegung (in der Mensa gab es u. a. Pfannkuchen) durften wir wieder Uniluft schnuppern. Nur für uns, privatissime et gratis, wurde eine Vorlesung über Metallurgie gehalten. Von Hartmut Bombach erfuhren wir viel über grundlegende Eigenschaften von Metallen im Allgemeinen und von Kupfer im Besonderen.
Und wieder wurde ein Praxisteil der Vorlesung angeschlossen. Wir durften unter Anleitung der wissenschaftlichen Mitarbeiter drei Versuche machen: Es ging um die Reinstdarstellung von Kupfer und um die geeigneten Bedingungen für diese Elektrolyse. Dann wurden Fünf-Cent-Münzen vernickelt und wir lernten, wie Kunststoffe galvanisiert werden können, obwohl sie eigentlich nicht leitend sind. Außerdem konnte sich jeder als Andenken eine kleine Zinnfigur gießen.
Im Labor
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Tage an der TU Bergakademie Freiberg interessant und sehr informativ waren und auch denen hinsichtlich des Studiums geholfen haben, die nicht in Freiberg studieren werden. Vielen Dank nochmals an alle Beteiligten.
Grüße aus Hamburg! Wir sagen nur: Glück Auf !


