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Nicht nur vogelkundliche Wanderungen

Junge Waldkäuze 2007 

Diese Arbeitsgemeinschaft entstand im Jahr 2000 aus einer kleinen Gruppe besonders interessierter Schüler aus den 6. Klassen und löste allmählich die schon seit 1983 bestehende Wander-AG ab. Insgesamt wird also am Hansa-Gymnasium seit 25 Jahren auf Wanderungen die Natur erkundet. Dabei erschien mir die Bewegung draußen in möglichst naturnaher Landschaft stets ebenso wichtig wie das Beobachten von Tieren. - Von den elf Gründungsmitgliedern der Grünlinge schieden natürlich im Laufe der Zeit etliche aus, aber drei von ihnen blieben der AG acht Jahre bis zum Abitur treu! Daneben gab es jährlich „Nachwuchs“ aus den jeweiligen 6. Klassen, so dass die Zahl der AG-Mitglieder von ursprünglich elf auf 73 im Jahr 2007 anwuchs. Da man mit einer so großen Gruppe natürlich keine Vögel beobachten kann, habe ich Gruppen nach Altersklassen gebildet, was allerdings für den Einzelnen bedeutete, nicht mehr jeden Sonnabend an der Reihe zu sein, obwohl ich gleichzeitig die Zahl der Veranstaltungen erhöhte: Im Jahr 2006 gab es 50 vogelkundliche Ausflüge, davon vier große Fahrten mit mindestens einer Übernachtung. Dieser Aufwand war nur zu bewältigen, weil wir auch die ruhigen Zeiten fast aller Ferien für Ausflüge nutzten.
Immer wieder aufgesuchte Wandergebiete der näheren Umgebung waren die Boberger Dünen, Kirchwerder, das obere Billetal, der Sachsenwald, der Elbwanderweg von Lauenburg bis Tesperhude.
Einige Unternehmungen sind fest in unserem Jahresablauf verankert:
Im Frühling besuchen wir die Haubenlerchen in Neuallermöhe, im April die Blaukehlchen und Beutelmeisen in der Winsener Marsch.

Beutelmeise 

Dann holen wir die jungen Waldkäuze aus der Nisthöhle in Dassendorf (und setzen sie wieder hinein), im Herbst zählen wir die Kraniche beim Einflug zum Schlafplatz bei Mölln, im Winter halten wir nach nordischen Seidenschwänzen Ausschau, für die bei uns der „warme Süden“ ist, oder warten abends auf eine norwegische Wasseramsel, die zu ihrem Schlafplatz unter der Brücke in Aumühle will. Seit 25 Jahren fahren wir alljährlich ins Duvenstedter Brook, meistens im Herbst zur Rotwild- oder Damwildbrunft. Das ist wegen der unvergleichlichen Abendstimmung immer wieder ein besonderes Erlebnis.
Irgendwann kam dann der Ehrgeiz auf, auch mal etwas ganz Besonderes, echte Seltenheiten, zu sehen. Dafür füllten die Grünlinge Wunschlisten aus - mit manchmal etwas unbescheidenen Wünschen. Einige sind auf den großen Fahrten der AG mit einer bis zwei Übernachtungen erfüllt worden. Nach Helgoland fahren jedes Jahr die Mitglieder der 6. Klassen. Der Brutfelsen mit Lummen, Dreizehenmöwen und Basstölpeln, die Führung durch den Fanggarten der Vogelwarte und der Robbenstrand auf der Düne sind ganz besondere Höhepunkte.

Robbenstrand 

Weitere Ziele großer Fahrten waren: Der Gudower See, Rügen, Waren (Müritz), das Havelländisches Luch, der Spreewald, Bernburg (Sachsen-Anhalt), Jüterbog (Brandenburg), das Riesengebirge, das Elbsandsteingebirge, das Steinhuder Meer und Usedom. Da bekamen wir einige Seltenheiten zu sehen: Bienenfresser, Fischadler, Großtrappe, Kolbenente, Schwarzstorch, Wiedehopf, Ziegenmelker. Das waren großartige Erlebnisse.
Viele "Grünlinge" treffen sich nicht nur zu den Wanderungen, sondern engagieren sich auch regelmäßig z. B. bei den Arbeiten auf der Ökostation oder bei den Arbeiten zu unserem neuen Projekt - der Orchideenwiese.