Cyclodextrine - schon wieder was Neues?
Der Durchschnittsbürger hat den Begriff „Cyclodextrine“ wohl noch nie gehört und dennoch wird er täglich damit konfrontiert, nimmt Cyclodextrine sogar zu sich. Wer hat denn schon noch nie Tütensuppen gegessen oder wer hat noch nicht gestaunt, dass gekaufter Pampelmusensaft gar nicht so bitter ist wie die Frucht selbst? Schon mal darauf geachtet, dass das eine Kaugummi länger Geschmack hat als das andere? Schon mal über die angenehme Wirkung und die Inhaltsstoffe eines Deos nachgedacht?
Cyclodextrine begegnen uns in ganz alltäglichen Dingen und wirken auf ganz unterschiedliche Weise.
Doch was verbirgt sich hinter dem Namen Cyclodextrine?
Es handelt sich um cyclische Glukose-Verbindungen mit der Fähigkeit, fremde Moleküle einzufangen. Im Hohlraum der Cyclodextrin-Moleküle sind die so genannten Gastmoleküle eingesperrt wie in einem Käfig und werden erst unter bestimmten Bedingungen wieder frei. Während der Komplexbildung mit dem Cyclodextrin bleibt das Gastmolekül unverändert. Durch den Komplex kann der Gast viele positive Eigenschaften annehmen:
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verbesserte Wasserlöslichkeit
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Stabilisierung gegen thermischen Verfall, Oxidation und Hydrolyse
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Stabilisierung gegen den Zerfall durch Licht und UV-Strahlung
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Tilgung eines schlechten Geschmacks oder unangenehmen Geruchs
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Verminderung der Flüchtigkeit einiger Stoffe
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Fixierung von Flüssigkeiten als Pulver
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Cyclodextrine
Cyclodextrine begegnen uns in vielen Bereichen des Lebens und verbessern die Qualität so einiger Produkte, wie Kosmetikprodukte, Medikamente oder auch Lebensmittel. (Katharina Keller)
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Anwendungsbereich Kosmetik
Viele Produkte können den Ansprüchen alleine nicht gerecht werden, da ihre Haltbarkeit stark beeinträchtigt ist. Die Kosmetikindustrie antwortete auf dieses Problem mit Cyclodextrinen.
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Anwendungsbereich Pharmazie
In der Pharmazie ist die schlechte Wasserlöslichkeit von vielen Wirkstoffen problematisch. Cyclodextrine spielen hier eine große Rolle, denn sie wirken als Lösungsvermittler.
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Anwendungsbereich Lebensmittel
In Lebensmitteln können Cyclodextrine Moleküle speichern, die erst zu einem beabsichtigten Zeitpunkt freigesetzt werden sollen oder sie entfernen Bitterstoffe.
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Anwendungsbereich Textilien
Lästige Gerüche wie Zigarettenrauch, Essensgerüche, Schweiß bleiben schnell auf Textilien hängen, doch der Textilerfrischer neutralisiert sie und hinterlässt einen angenehmen Duft.
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Die Chemie
Als ringförmiges Abbauprodukt der Stärke gehören Cyclodextrine zu den Kohlenhydraten. Charakteristisch für die "Zuckertüten" ist ihre konusförmige Molekülstruktur.
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Aufbau und Derivate
Die Glukose-Moleküle ordnen sich in der Sessel-Form an. Das Gesamtmolekül hat die Form eines stumpfen Kegels. Man verbessert ihre Eigenschaften durch Substituenten.
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Komplexbildung
Die besondere Fähigkeit der Cyclodextrine besteht darin, sich mit anderen Molekülen zu Wirt-Gast-Komplexen verbinden zu können. Das im Cyclodextrin eingeschlossene Gastmolekül lässt sich problemlos wieder freisetzen.
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