Lebensmittelzusatzstoffe
Geheimwaffen der Lebensmittelindustrie?
Haben Sie auch schon mal auf eine Lebensmittelverpackung geschaut und sich gefragt, was E 283 oder E 120 ist? Viele Verbraucher wissen gar nicht, was in ihrem Essen steckt, dabei gibt es die Zusatzstoffe schon seit sehr langer Zeit.
Zunächst muss also geklärt werden: Was verbirgt sich hinter den E-Nummern und was sind Lebensmittelzusatzstoffe überhaupt?
Dazu muss angemerkt werden, dass natürliche Stoffe nicht unbedingt besser sind in Verträglichkeit und Herstellung als synthetische Produkte, da die Natur sehr viele Gifte entwickelt hat und die Mengen auch zum Teil sehr begrenzt sind.
Zudem werden Zusatzstoffe nicht nur den Lebensmitteln zugefügt, sondern sie kommen auch ‘natürlich’ in vielen Lebensmitteln vor, deshalb ist es unvermeidbar, Lebensmittelzusatzstoffe zu konsumieren.
Die Zusatzstoffe werden in unterschiedlichen Gruppen, je nach ihrer Funktion unterteilt.
E-Nummern und mehr über Lebensmittelzusatzstoffe
Hinter den E-Nummern verbirgt sich nichts anderes als die Zusatzstoffe, die an bestimmte gesetzliche Richtlinien gebunden sind. Sie sind für den menschlichen Organismus nicht giftig. Das ,,E’’ steht dabei lediglich für Europa.
Lebensmittelzusatzstoffe sind Stoffe, die (die Qualität) der Eigenschaften von Lebensmitteln bzw. Getränken verbessern sollen. Die Zusatzstoffe sind durch die sog. E-Nummern gekennzeichnet.
Zusatzstoffe gibt es in den unterschiedlichsten Formen:
-natürliche Inhaltststoffe vieler oder einzelner Lebensmittel (z.B. Pektine)
- natürliche Stoffe , die auf anderem Wege naturidentische Stoffe wiedergeben ( z.B. Ascorbinsäure)
-Stoffe, die in der Natur vorkommen aber nicht in Lebensmitteln (z.B. Calciumphosphate)
- synthetische Stoffe, die nicht aus der Natur kommen (z.B. Tartrazin)
- Inhaltsstoffe und Umsetzungsstufen jeder lebenden Zelle, die über Auf- und Abbaumechanismen verfügt
Die Geschichte der Lebensmittelzusatzstoffe
Kommen wir zu dem geschichtlichen Hintergrund, denn die Zusatzstoffe sind keine Erfindung des 20. Jahrhunderts!
Die Geschichte der Zusatzstoffe fängt schon sehr früh an. Es begann, als die Menschen anfingen sesshaft zu werden und anfingen das Essen zu lagern und haltbarer zu machen (durch z.B. pökeln, trocknen, räuchern, einlegen in Wein und Essig etc.).
Durch die Verstädterung, Industrialisierung und damit der Verbesserung des Transportweges kümmerten sich die Menschen immer mehr um die Entwicklung und Forschung von Lebensmittelzusatzstoffen, da die Nachfrage zur Verbesserung der Lebensmittel stieg.
Hier einige Eckdaten zur Geschichte der Zusatzstoffe:
3500 v. Chr. : Salz als Konservierungsmittel (z.B. bei Fischen) in Ägypten
1.500 v. Chr. : Hefe
700 v. Chr. :Harzzusatz zu Wein als Konservierungsmittel
300-400 n. Chr. :Geschmacksverstärker
1516 n. Chr. : Reinheitsgebot für Bier
16 Jahrhundert : Entdeckung und Herstellung von Natron
1742 n. Chr. : Frankreich erlässt Verordnung, wodurch Lebensmittel nur noch mit ungiftigen anerkannten pflanzlichen Farbstoffen gefärbt werden dürfen.
1797 n. Chr.: Preußen erlässt Verbot, welches das Färben mit blei; -arsen; -quecksilber und antimonhaltigen Farbstoffen verbietet.
1878 n.Chr.: Fahlberg entdeckt Saccharin (synthetischer Süßstoff)
14.05.1879 n.Chr. : Erstes deutsches Nahrungsmittelgesetz
1913 n.Chr. : Citrate als Schmelzsalze für Käse
06.11.1958 n.Chr. : Lebensmittelgesetz der BRD mit Verbot von ‘Fremdstoffen’
1965 n.Chr. : Beginn des Enzymzeitalters
20.08. 1974: Einführung des LMBG (,,Lebensmittel und Bedarfsgegenständegesetz”); Verwendung des Begriffes ‘Zusatzstoff
Gesetzliches
Wie ist das mit der Deklaration von Zusatzstoffen? Muss der Hersteller alle Zutaten erwähnen? Wer kontrolliert was?
Für Lebensmittelzusatzstoffe gelten sehr strenge Richtlinien und Prüfungen auf gesundheitliche Unbedenklichkeit (ADI-Wert) und Allergenität.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EBLS) + das gemeinsame Expertenkomitee für Zusatzstoffe ((JECFA (Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives) und die UN- Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) fordern von den Lebensmittelherstellern ständig Beweise für:
-Stabilität, Verhalten, Reinheit, Wirkungen, Gesundheitsverträglichkeit (mit Werten, die durch das Chemikaliengesetz festgelegt wurde z.B. Eisengehalt) des Stoffes.
Um die Menge der Zusatzstoffe festzustellen, die ein menschlicher Körper verträgt, hat man verschiedene Versuche an Tieren durchgeführt, um zu schauen, wie diese die Zusatzstoffe vertragen. Daraus entstand der NEL(No Effect Level)-Wert und der ADI(Acceptable daily intake)-Wert.
Der NEL-Wert die Grundlage um das Risiko des Lebensmittelzusatzstoffes auf dem Menschen einschätzen zu können. Er bezeichnet die Menge eines im Tierversuch verabreichten Zusatzstoffes für einen bestimmten Zeitraum bei dem noch keine Schäden am Tier aufgetreten sind.
Der ADI-Wert ist die akzeptierte Tagesdosis die ein Mensch zu sich nehmen kann, in der Regel ist dies 1/100 des NEL-Wertes. Der ADI-Wert wird in mg/kg angegeben.
Bei der Deklaration für Lebensmittel gibt es auch vom Gesetzgeber strenge Vorschriften, die jedoch an einigen Stellen nicht sehr eindeutig bzw. verbraucherfreundlich sind, da z. B. Konservierungsstoffe erst ab einer bestimmten Menge deklariert werden müssen.
